Gartenarbeit

Stell dir vor, dein Leben ist ein Garten mit dunklem, kernigem Mutterboden. Die Erde ist fruchtbar und du entscheidest mit deinen Gedanken, was darauf wächst. Natürlich kannst du darauf warten, dass von irgendwo ein paar Samen herüber wehen und hoffen, dass was Gutes wächst. Genauso kannst du warten und mal schauen, was daraus wird. Oder aber du entscheidest bewusst, was auf deinem Lebensgarten wächst, pflegst und hegst alles lebenslang und wächst mit der Blüte deines Werkes.

Umgekehrt wuchern negative Gedanken und Gefühle wie Unkraut und Angst, Schuld, Wut und Kritik übernehmen deinen Lebensgarten – dein Leben. Und dann gibst du noch dazu deine in dir liegende Macht ab, indem du anderen Personen für deine Frustrationen verantwortlich machst. Oder als Gärtner gesprochen: Du lässt deinen Garten verwildern, ärgerst dich über deine Unfähigkeit, wirst wütend, weil dich dies und jenes davon abhält, dich endlich um deinen Garten zu kümmern und bekommst das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

 

Das Leben ist wirklich ganz einfach

Was wir geben, bekommen wir zurück. Was wir über uns denken, wird Wahrheit für uns und jeder Gedanke, den wir denken, gestaltet unsere Zukunft. Jeder von uns gestaltet seine Erfahrungen mit seinen Gedanken und mit seinen Gefühlen. Die Gedanken, die wir denken, und die Wörter, die wir sprechen, gestalten unsere Erfahrungen. Keine Person, kein Ort und keine Sache hat irgendeine Macht über uns, denn „wir“ sind die einzigen Denker in unserem Geist. Und wir haben eine ungeheure, schöpferische Kraft an Gedanken. „Die Leute nutzen mich aus“ oder „Jeder ist immer hilfsbereit“ – was denkst du, welcher Gedanke bringt dich weiter? Das Gute an den Gedanken: Sie können verändert werden. Egal, wie lange du schon negative Gedanken in dir trägst, die Macht zur Veränderung liegt immer in der Gegenwart. Schelte dich nicht länger, weil du in der Vergangenheit dies oder jenes getan oder nicht getan hast – das sind alles dich einengende, hinderliche Gedanken. Die Vergangenheit kannst du nicht verändern, deine Gedanken darüber schon!

Und genau an diesem Punkt setzt das Mentaltraining an. Bewusst auf Gedanken achten und das Denken positiv steuern. Aufbauende Gedanken bewirken immer etwas Positives, das mentale Training nutzt diese Fähigkeit und trainiert dementsprechend die eigenen Gedanken, immer mit dem Ziel, das Leben positiv zu verändern. Psychotherapie beschäftigt sich immer mit der Ursache zum Unterschied zum Mentaltraining, denn hier kommst du gleich ins Tun, das Bestehende akzeptieren und es auch schätzen. Der Fokus liegt allerdings im Hier & Jetzt positiv Gedanken zu verändern und dadurch neue Gehirnpfade zu aktivieren, um alte und hinderliche Gedanken zu Trampelpfade zu verkümmern, die mit der Zeit ganz verschwinden. Und da Gedanken bekanntlich Berge versetzen, wir diese positive Kraft bewusst einsetzen, ist es so, als ob überall kleine Wunder geschehen. Unsere Gesundheit verbessert sich, wir kommen zu mehr Geld, unsere Beziehungen werden erfüllter und wir fangen an, uns auf erfüllende Weise kreativ auszudrücken. Und all diese manifestiert sich dann fast wie von selbst, auch ohne unser angestrengtes Bemühen.

 

Die Sache hat allerdings einen Hacken

Nur du kannst diesen Job erledigen. Kein Coach kann das für dich tun! Und das Ganze ist energieraubend, du wirst teilweise verzweifeln und wirst deine Komfortzone verlassen müssen. Und Training bedeutet: Training – einmal ist keinmal und bis sich Gedanken verändern, die du 10, 20, 30, 40 oder mehr Jahre Tag täglich gedacht hast, braucht es Zeit. Aber was hindert dich daran? Mit den alten Gedanken bist du bisher nicht weiter gekommen. Also besteht kein Grund, jetzt etwas anderes zu probieren. Wenn du bewusst deine Gedanken änderst, nimmst du dein Schicksal selber in die Hand. Also: Leg einfach los!

 

Die Scheibenwischer Methode

Eine gute Technik mit negativen Geschehnissen umgehen und emotionale Altlasten loswerden, zeig ich dir mit folgender Übung. Doch zuerst eine kleine Geschichte. Maximilian arbeitet bei einer großen Bildungseinrichtung für Erwachsene und ist u.a. für die laufende Kommunikation mit dem größten Auftraggeber verantwortlich. Dabei ist im ein großer Fehler unterlaufen – im Eifer des Gefechts hat er ohne viel Nachzudenken personenbezogene Daten von Teilnehmer:innen über Outlook versendet, statt über das dafür vorgegebene, eigenem System. Nach Feierabend ruft sein Chef an, der diese Mail ebenso im CC erhalten hat. Sein Chef weist ihn ausdrücklich auf diesen Fehler hin und zeigt sich hörbar verärgert und bringt dabei zum Ausdruck, dass daraus seitens des Auftraggebers „etwas großes Entstehen könnte, er hoffe zwar nicht, aber man müsse jetzt die nächsten Tagen abwarten“. Maximilian interpretiert daraus nicht, dass ihm Job mäßig daraus Nachteile entstehen, aber es ärgert ihn unglaublich und nagt innerlich immer wieder in ihm. Er beschimpft sich auch als Trottel und wie kann das ihm nur passieren? 

Kennst du das? Lapidare Vorkommnisse, ein kleiner Fehler, ein falscher Schmäh an falscher Stelle, etwas gesagt haben und sich auf die Zunge beißen können? Und dann schwirrt das Tage lang im Kopf herum und du denkst dir: Warum passiert das immer nur mir? 

Oft resultieren diese Konflikte mit anderen Menschen in Schuldgefühlen. Und unser Unbewusstes erinnert uns daran, ob wir wollen oder nicht, verdrängen gelingt nicht. Wie eine Bank speichert es diese Altlasten. Die folgende Übung des mentalen Umerlebens zeigt dir eine kleine Technik, die dazu sehr gut geeignet ist, sich von solchen Lasten zu „reinigen“. 

Am besten machst du diese Übung am Abend vor dem Schlafengehen. Denn damit schlägst du gleich zwei Fliegen auf einem Streich. Leg dich bequem ins Bett und entspann dich mit ein paar Mal kräftig Ein- und Ausatmen. Nun lässt du den ganzen Tag Revue passieren, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen und bedanke dich bei jedem positiven kitze-kleinen Anlass. Bedanke dich für dein weiches Bett, für den erholsamen Schlaf, für die wohltuende Morgendusche, das Vögelgezwitschere. Bemerkst du, wie gut das dir tut? Du spielst jede Situation des Tages noch einmal innerlich durch. Mit einer kleinen Änderung: Du stellst dir immer den idealen Ablauf vor. Ein Telefongespräch, das dir im Magen liegt? Jetzt findest du die richtigen Worte. Du hast dich gegenüber deiner Freundin falsch verhalten? Jetzt verhälst du dich richtig und lässt die Handlung vor deinem geistigen Auge nochmals ablaufen. Mit einem Wort, du ärgerst dich nicht mehr, sondern freust dich jetzt darüber, dass du dich richtig verhälst, die richtigen Worte findest usw.. Und stell dir bildlich alles im Detail vor – unser Gehirn denkt in Bildern und liebt solche Rituale. Für das oben genannte Beispiel mit der falsch versendeten Mail kannst du dich zusätzlich auch bei den entsprechenden Personen entschuldigen, ihnen versichern, dass du im guten Glauben gehandelt hast und dir vornehmen, gleich morgen Vormittag mit dem Empfänger zu telefonieren, wobei diese Angelegenheit gar nicht angesprochen werden muss. Du stellst sozusagen eine Win-Win-Win Situation her und gehst in eine sogenannte Resonanz mit allen Beteiligten. Und lass dich überraschen, wie gelöst und freudig du am nächsten Morgen aufwachst!

Mit dieser Methode des mentalen Umerlebens kannst du dich ab nun von allen Altlasten befreien. Aber Vorsicht: Bitte mit Geduld. Es kann auch sein, dass dadurch ältere Situationen auftauchen. Das ist in Ordnung, akzeptiere es und spiele diese nun auch durch und nimm dir vor, diese in der Realität anzupacken und zu lösen!

Und zuletzt noch ein Tipp für eine gut anwendbare Entspannungstechnik:

Gerade für Menschen, die mit Entspannungstechniken noch wenig Erfahrung haben, ist das Rückwärtszählen eine gute Sache. 5, 4, 3, 2, 1 – fühlst du die Entspannung schon? Noch nicht ganz? Nun, ganz so einfach ist es nicht.

Schauen wir uns das genauer an. Am besten ist am Anfang von 100 rückwärts zu zählen. Lass dir Zeit und mach zwischen jeder Zahl 2 Sekunden Pause. Wichtig ist dabei, dass du dir jede Zahl auch visuell vorstellst. Vielleicht ist sie aus Holz geschnitzt, groß, klein, schwarz ode blau? Schau genau hin, zähle …. Und ich wünsche dir eine gute Nacht. Schlaf gut und lange!

Manfred Jele
Unternehmensberater und Mentaltrainer

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